Geschichte

 

Porphyrfelsen in Löbejün

Porphyrfelsen in Löbejün

Gebäude aus der Zeit des Spätmittelalters zeugen vom Abbau und der Verarbeitung des Löbejüner Porphyrs im 15. Jahrhundert. Die urkundliche Erwähnung einer Kapelle legt die Vermutung nahe, dass das harte Gestein schon um 1100 gebrochen wurde. Der Steinbruch war zu dieser Zeit nicht viel mehr als eine Fundstätte.

 

 

Porphyrmauer

Porphyrmauer

Mit Brecheisen, Spitzhacken und Schwunghämmern wurden Porphyrtrümmer im Mittelalter abgebaut. Davon zeugt das zerklüftete Mauerwerk der Profan- und Sakralbauten im Raum Löbejün. Ausgebildete Steinmetze gab es damals noch nicht. Mit bloßer Muskelkraft haben Arbeiter das Gestein gewonnen.

 

 

Steinbrecher und Trafoturm

Steinbrecher und Trafoturm

Zwischen 1880 und 1900 kamen sächsische und bayerische Steinarbeiter und Steinmetze nach Löbejün. Die Fremden brachten ausgeklügelte Methoden und technische Voraussetzungen für einen effizienteren Porphyrabbau mit. Der Betrieb in den Löbejüner Steinbrüchen erlebte eine Blütezeit.

 

 

Steinbrecher

Steinbrecher

Im Zuge der Technisierung wurde das Gestein nicht mehr nur auf dem lokalen Markt verkauft, sondern im gesamten deutschen Territorium gehandelt. Als Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend Schotter und Steinsplitt für den Bau von Straßen und Eisenbahnlinien gefragt war, wurde ein Steinbrecher aufgestellt.

 

 

Unscheinbares Relikt

Unscheinbares Relikt

Mit dem Anschluss Löbejüns an das Verkehrsnetz der Reichsbahn entfiel der aufwändige Transport des Gesteins mit Pferdefuhrwerken. Maschinen hielten Einzug im Steinbruch. Keilloch- und Bohrhämmer wurden mit Pressluft betrieben. Der Einsatz von Säge-, Schleif- und Poliermaschinen erleichterte die Arbeit der Steinmetze.

 

 

Ruine

Ruine

1936 kam ein Kabelkran zum Einsatz, um die Bruchstücke aus dem Steinbruch zu bergen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden dafür Loren genutzt, die mit Hilfe von Seilaufzügen bewegt worden waren. In den 60er Jahren endete der Betrieb in den ersten beiden Steinbrüchen. Bis in die 70er Jahre wurde Porphyr in Löbejün III abgebaut.

 

 

(Quelle: Henry-Joachim Kühn: Löbejüner Porphyr. Wechselbeziehungen zwischen Technik und Wirtschaft)

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